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workplace concept

Einsatzgebiet Open Space

Tausende Menschen arbeiten heute in Grossraumbüros, Co-Working-Spaces oder in Cafés. Alles Orte, die vor allem für Arbeiten an einem mobilen Gerät ohne viel Zubehör und Material geeignet sind. An solchen Arbeitsorten gilt es, stündlich die Entscheidung zwischen Austausch und Fokussierung zu treffen. 

 

Suche ich die Kollaboration oder will ich mich fokussieren? Ein ausgewogen konzipierter Arbeitsplatz muss für beides die entsprechenden Orte bieten.

 

Um einen Rückzugsort für Letzteres zu finden, werden häufig Sitzungsräume besetzt oder Zonen aufgesucht die für andere Nutzungen vorgesehen sind. Das Bedürfnis nach Orten, welche Abschottung für das Individuum ermöglichen ohne Dutzende Quadratmeter teurer Mietfläche zu beanspruchen, ist zweifellos vorhanden. Sowohl aus Sicht des Arbeitenden, wie auch aus der Perspektive der Liegenschaftsbetreiber.

Idee/Lösungsansatz

 

Grosses Potential sehe ich an der Schnittstelle  zwischen Möbel und Raum.

Ein Raum der so klein ist, dass er ein Möbel sein könnte oder ein Möbel das umhüllend und schützend funktioniert, wie ein Raum. 

 

Ein kleiner, kompakter Ort der Ablenkungen minimiert und dadurch Fokussierung unterstützt. Eine Kapsel, die gerade gross genug ist, um sich darin wohl zu fühlen.

Inspiration

 

Wie es sich wohl anfühlt, das helle Licht in einem Lampion zu sein? Wie sieht die Welt von dort drin aus?

 

Als initiale Inspirationsquelle diente der Papierlampion. Faszinierend finde ich, wie sich aus simplen zweidimensionalen Elementen ein räumliches Gebilde entwickeln kann. Für mich hat der Lampion etwas Spielerisches und Überraschendes. Über diverse Versuche und unterschiedliche konstruktive Ansätze bin ich zu einer ansprechenden Form, welche sowohl ihren Zweck erfüllt, wie auch als Objekt im Raum attraktiv wirkt, gelangt. Entstanden ist der Entwurf zu einem innovativen Möbelstück. Ein sympathischer Rückzugsort für Menschen, die für kurze Zeit fokussiert arbeiten oder sich einfach von all den Ablenkungen der Umgebung abkapseln möchten, soll es sein. Und ja, es hat durchaus etwas von Versteckspiel!

Entwurfsphase

Um Dimensionen überprüfen zu können, habe ich mit einfachen Mitteln ein Funktionsmodell gebaut. 

Nur im Realmassstab konnte ich erfahren wie es sich anfühlt im Inneren eines Lampions zu sitzen. 

Der kleine Raum fühlt sich erstaunlich grosszügig an. Dies wohl dadurch, dass man im geschlossenen Zustand die räumlichen Referenzen der Umgebung ausblendet. Wichtig finde ich auch, dass eine angenehme Arbeitsposition eingenommen werden kann. Sitzneigung und -winkel konnte ich so direkt ebenfalls überprüfen. Die Bedienung des Kippmechanismus möchte ich so einfach wie möglich halten. Auch diese Entscheidung hatte Einfluss auf das Erscheinungsbild.

Parallel zum Modellbau habe ich stets formale Lösungsansätze im virtuellen Modell ausprobiert. Nun stosse ich aber an Grenzen die mit einfachen Modellen und 3D-Plänen nicht mehr zu durchbrechen sind.

Funktion

 

Das Objekt kennt zwei Zustände – einen offenen und einen geschlossenen. Durch die Kugelform schottet es den Nutzer bereits im offenen Zustand gut von seiner Umgebung ab. Zudem kann es durch seine segmentierte Aussenhülle, in der geeigneten Materialisierung, als akustischer Absorber im Raum wirken.

 

Durch einen simplen Kippmechanismus, der durch den Nutzer mit einer Hand zu bedienen ist, wird aus dem Sessel ein kleiner Raum. 

 

Der Schutz des Nutzers intensiviert sich durch das Schliessen der Kapsel um ein Vielfaches. Im geschlossenen Zustand wird der Grossteil der unmittelbaren Schallwellen abgeblockt. Zusätzlich werden die visuellen Reize, welche durch Bewegung im umgebenden Raum entstehen, minimiert.

Erstmals publiziert am 12.03.2020 durch Martin Wiedmer

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